|
Für
alle Links gilt, dass wir keinerlei Einfluss auf die Gestaltung und die
Inhalte der gelinkten Seiten haben. Deswegen übernehmen wir auch
keinerlei Verantwortung für Inhalt und Gestaltung dieser Seiten.
Diese Erklärung gilt für alle in diesem Internetauftritt angezeigten
Links und für alle Inhalte der Seiten, zu denen die hier angemeldeten
Banner und Links führen.
Kreiselternratsvorsitzender
Bernhard Ahlborn
Ahornring 2
37589
Kalefeld
Kalefeld,
den 18.03.2004
Niedersächsisches Kultusministerium
Herrn Kultusminister Busemann
Postfach 1 61
30001
Hannover
Sehr geehrter
Herr Kultusminister Busemann,
als Kreiselternratsvorsitzender
hatte ich die Chance über den Landeselternrat Fragen an Sie einzureichen,
die Sie, wenn möglich, am 27.03. in Ihrem Vortrag beantworten würden.
Diese haben wir in unserem Gremium zusammengestellt.
Ich wende mich lieber direkt an Sie, denn so erfolgt keine Auslese, zumal
sich eine Frage mit dem LER direkt befasst.
Ich würde mich freuen, wenn Sie mir unabhängig vom 27. schriftlich
antworten würden.
Durchlässigkeit:
diese ist im Gesetz verankert, wie sieht aber die tatsächliche Anwendung
aus, wer trifft die Entscheidung, geht es nach einzelnen Zeugnisnoten
?
Schulbücher
:
Wer legt die Preise fest für gebrauchte Bücher ? Wie hoch werden
Rabatte
festgesetzt für Familien mit mehreren Kindern und wie hoch sind diese
?
Zusätzlich haben wir Bedenken, dass die Verlage wieder dazu übergehen
werden ( wie vor der Lernmittelfreiheit ), die Bücher alle 2-3 Jahre
neu
aufzulegen, auch wenn nur z.B. eine andere Farbe genommen wird und
einzelnen Worte ausgetauscht werden. In der Zeit der Lernmittelfreiheit
war
der Zeitraum bei 6 - 10 Jahren. Können Sie auf die Verlage einwirken,
dass
die Eltern nicht aus reinem Profitdenken wieder ständig neue Bücher
kaufen
müssen ?
Landeselternrat:
Wir hören immer wieder, dass die Eltern zugestimmt haben, sind aber
nicht gefragt worden, wie zuletzt beim Thema Lernmittelfreiheit. Aufgrund
der Fülle der Unterlagen und den recht kurzfristigen Terminen ist
es dem
LER nicht möglich, die Themen mit der Basis zu besprechen. Insofern
ist
die Aussage, die Eltern hätten zugestimmt nicht richtig. Wir wünschen
uns
eine andere Vorgehensweise, damit auch die Meinung engagierter Eltern
auf Schul- / Stadt - und Kreisebene berücksichtigt wird. Den LER
als
Zustimmung der Eltern zu werten ist nicht korrekt.
Unterrichtsversorgung:
Warum
wird uns Eltern stets eine 100%ige Versorgung
vorgemacht, die es schon lange nicht mehr gibt. Auch unter der Vorgänger-
regierung mussten wir lernen, dass durch statistische Veränderungen
( Klassenstärken / Stundentafeln ) plötzlich 95 % gleich 100
% waren.
Warum verkauft man uns für so dumm ???
Wenn für das KM beispielsweise 30.000 neue Schüler eingeschult
werden
und die Klassenstärke 30 Schüler beträgt, brauchen Sie
dafür 1.000 Lehrer.
So sieht es aber nur in Hannover im Ministerium aus, nicht auf dem Land,
es vielleicht nur 24 Schüler in diesem Jahrgang gibt. Damit allein
kippt
bereits jede Statistik mit 100 % Versorgung.
Vertretungsreserve
:
Es sind keine Reserven vorhanden. Bei Krankheit kommt es
unweigerlich zu Unterrichtsausfall. Ersatzlehrkräfte gibt es erst,
wenn die
Krankheit 3 Monate andauert. Kein Arzt schreibt solange krank, auch nicht
bei Krebserkrankung. Dazu kommt noch die fehlende Anzahl von
Feuerwehrlehr- oder Springerkräften. Hier erwarten wir eine deutliche
Nachbesserung, auch eine Verkürzung der Zeitspanne, bis Ersatz kommt.
Vor 1996 war das besser, dort gab es in den Schulen Überhänge,
um diese
Fälle aufzufangen. Seit dem werden wir Eltern mit Statistiken vorgeführt.
Mangel
an Fachlehrkräften:
Wie soll dieser beseitigt werden ? Es darf nicht vorkommen
dass in 10. Realschulklassen z.B. die 2. Fremdsprache fast ein halbes
Jahr
nicht erteilt wird. Gleiches gilt teilweise für die naturwissenschaftlichen
Fächer.
Gewalt
an Schulen :
Die Schule kann die Erziehung den Eltern nicht abnehmen, wir haben
damit leider auch ein gesellschaftliches Problem. Das Verhalten der
Schüler hat sich zum Teil gewandelt.
Sie streichen jedoch die notwendigen Betreuungsstunden, denn die durch
den Wegfall der Orientierungsstufe frei werdenden Stunden werden nicht
in die anderen Schulen übertragen, obwohl dort mehr Schüler
sind.
Gemäß Aussage der Personalabteilung der Bezirksregierung werden
dadurch 120 Vollzeitlehrerstellen im Land eingespart.
Wie können Sie diese Streichung angesichts ständig steigender
Probleme
vertreten ?
Lehrerfortbildung
:
In den ländlichen Bereichen steigt das Durchschnittsalter der Lehrer.
Das Verhalten der Schüler ist nicht mehr so wie vor 20-30 Jahren.
Fehlender Respekt, mangelnde gegenseitige Rücksichtsnahme und
soziales Verhalten machen das Unterrichten nicht leichter.
Wann werden die Lehrer so aus- und weitergebildet, dass sie damit
umgehen können ?
Solange im nds Weiterbildungskatalog z.B. Tennis, Skifahren, Surfen,
Bergsteigen steht, wird sich nichts ändern.
Unter S. Gabriel wurde die einzige Schule in Nds für die PC Ausbildung
in
Hildesheim geschlossen. Wann öffnen Sie diese wieder und schulen
ältere
Lehrer nach ?
Rahmenrichtlinien:
Wann und wie werden diese durchgesetzt und kontrolliert. Es tauchen
immer wieder Probleme auf, wenn davon abgewichen wird und beim
Übergang in eine andere Schule festgeschriebene Dinge nicht unterrichtet
wurden. Unseres Wissen hat der Lehrer die Freiheit zu entscheiden, wie
er / sie den Stoff vermittelt und nicht welchen.
Bildungsreform :
Wir Eltern sind es überdrüssig, dass alle er der unterschiedlichen
Parteien sich auf Kosten unserer Kinder profilieren wollen. Wahlkampf
auf
Kosten von Kindern ist der schlechteste Wahlkampf, den man führen
kann.
Warum ist
es nicht möglich, dass sich die fähigen Köpfe der im Landtag
tätigen Parteien zusammensetzen, ihre parteiideologischen Denkweisen
weglassen und gemeinsam eine Schulreform zu erarbeiten, die langfristig
Bestand hat?
Sollte es in ein paar Jahren zu einem Regierungswechsel kommen, so steht
doch schon heute nach Aussagen der Opposition fest, das es eine neue
Reform geben wird.
Allein der Gedanke daran kann jeden vernünftig denkenden Bürger
unseres
Landes zum Erzürnen bringen.
Unsere Kinder sind unsere Zukunft und kein Spielball unterschiedlicher
politischer Auffassungen.
Es ist einer unserer größten Wünsche, wenn dieses auch
endlich alle
Abgeordneten des Niedersächsischen Landtages begreifen und gemeinsam
statt gegeneinander eine Schule gestalten, in der unsere Kinder in Ruhe
lernen können.
Sehr geehrter Herr Kultusminister, mir ist bewusst, dass es sich bei dieser
Aufzählung nicht nur um Fragen handelt, sondern auch um handfeste
Sorgen von Eltern. Ich würde mich freuen, wenn Sie die Zeit finden,
sich dieser Sorgen anzunehmen und möglichst alle zu beseitigen.
Für
Ihre Bemühungen und Ihr Verständnis bedanke ich mich bereits
im voraus recht herzlich.
Mit freundlichen Grüßen
|